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Berlin schafft Kostenbeteiligung für Kitabetreuung ab

By July 26, 2018 No Comments

Berliner Eltern können sich freuen: Ab 1. August 2018 ist die Kita in der Hauptstadt komplett kostenfrei. Die Berliner Stadtregierung hat die Kostenbeteiligung an der Betreuung in den letzten Jahren Stück für Stück reduziert und schafft sie letztendlich in diesem Jahr vollständig ab. Das ist fair allen Berliner Familien gegenüber. Von einer bundesweiten Gerechtigkeit kann jedoch keine Rede sein, die Situation ist unübersichtlich und keineswegs gerecht.

Große Unterschiede bei den Kitakosten

Eine Familie mit zwei Kindern in der Kita zahlt in Schleswig-Holstein im Schnitt 600 Euro monatlich für die Betreuung. Nirgendwo sonst zahlen Familien im Schnitt so viel für die Kinderbetreuung wie in diesem Bundesland. Das zeigt eine Analyse der Bertelsmann-Stiftung. Untersucht wurde, wieviel Prozent des Netto-Einkommens für die Kinderbetreuung im Schnitt drauf gehen. Schleswig-Holstein steht mit 9 Prozent an der Spitze der Tabelle, dicht gefolgt von Mecklenburg-Vorpommern. In Berlin, Rheinland-Pfalz und Hamburg zahlen Eltern anteilig am wenigsten für die Betreuung ihrer Kinder.

(Quelle Spiegel.de )

Warum ist das so und ist ein gesamtdeutscher Trend zu erkennen?

Zukunftsmusik oder Realität: Keine Kitagebühren für alle?

Bisher entscheidet in der Regel die Kommune, wie viel ein Kitaplatz kostet. Das Problem der ungerechten Behandlung der Eltern hat die Politik bereits erkannt: In einigen Bundesländern ist zumindest das letzte Kita-Jahr vor der Einschulung jetzt schon gratis für Eltern und viele Landesregierungen wollen die Kitagebühren komplett abschaffen. Niedersachsen und Hessen peilen das noch für dieses Jahr an. Andere, wie Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern, wollen nachziehen.

Auch die Bundesregierung plant, Eltern bei den Kitakosten deutlich zu entlasten, bis hin zur vollständigen Gebührenfreiheit. So steht es zumindest im aktuellen Koalitionsvertrag. Bis 2021 will der Bund für den Kitaausbau 3,5 Milliarden Euro bereitstellen. Die Bertelsmann-Stiftung geht davon aus, dass das zu wenig ist. Sie beziffert die jährlichen Kosten auf bis zu 15,3 Milliarden Euro, wenn die Kitas kostenlos werden und gleichzeitig die Qualität gewährleistet bleiben soll.

Finanzielle Belastung unterschiedlich verteilt

Wenn es um Qualität geht, muss man sich fragen, warum nicht alle Familien das Gleiche für gleiche Leistungen zahlen, denn besonders für Eltern mit geringem Einkommen ist die finanzielle Belastung im Vergleich deutlich höher.

So zahlen Eltern, die als armutsgefährdet gelten, bisher noch im Schnitt 118 Euro für den Kita-Besuch ihrer Kinder. Das macht etwa zehn Prozent ihres Einkommens aus. Wohlhabende Familien geben zwar mehr aus – durchschnittlich 178 Euro – allerdings macht die Summe nur fünf Prozent von dem aus, was sie monatlich zur Verfügung haben. Somit wäre es nur gerecht, wenn die Kitagebühren in ALLEN Bundesländern wegfallen würden, da somit auch die sozialen Unterschiede nicht ins Gewicht fielen.

Keine Kitagebühren – mehr Geld in der Familienkasse

Die Abschaffung der Kitagebühren ist eine Entlastung für alle Familien. Sie können je nach Bundesland und Anzahl der betreuten Kinder bis zu 1000 Euro monatlich sparen. Geld, dass Eltern und Kinder gut in andere Dinge investieren können, wie gemeinsame Ausflüge, Urlaube, Musik- und Sportunterricht oder externe Kinderbetreuung am Nachmittag oder Abend, wenn sich Mama und Papa mal eine Auszeit vom Familienalltag nehmen möchten.

 

 

 

 

Bildnachweis: Picture by Christian Dubovan via unsplash.com

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