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Jobprofil: 4 Mythen über Babysitter – wir räumen damit auf

By June 14, 2018 No Comments

Leo ist vier Jahre alt und geht seit zwei Jahren in den Kindergarten. Außer den Erziehern und seinen Eltern hat noch nie jemand anderes auf Leo aufgepasst. Die Großeltern wohnen über 300 Kilometer entfernt und Leos Eltern haben Skrupel, einen Babysitter zu buchen. Vielen Eltern ist nicht ganz wohl dabei, die Betreuung ihrer Kinder in (zunächst) fremde Hände zu geben. Dafür nehmen sie lieber in Kauf, abends zuhause zu bleiben und keine gemeinsamen Aktivitäten wie Essen gehen oder Sport mit dem Partner zu unternehmen. Wie schade.

Dabei liegt die Hilfe so nah, es gibt unzählige tolle, qualifizierte Babysitter, die nur darauf warten, Familien mit ihrer Erfahrung zu unterstützen. Wir räumen mit den vier gängigsten Vorurteilen gegenüber Babysittern auf und ermutigen alle Eltern: Traut euch! Bucht einen Babysitter! Geht mal wieder raus zusammen!*

1. Babysitter kann doch jeder – wer weiß, wer da zu uns kommt

Eine der größten Voraussetzungen für den Babysitter-Job ist natürlich die Liebe zu Kindern. Wer keinen Spaß daran hat, mit Kindern zusammen zu sein, der wird sich auch nicht als Babysitter bewerben. Es ist auf jeden Fall von Vorteil, wenn der Babysitter gewisse Erfahrungen vorweisen kann, sei es, dass er oder sie bereits auf jüngere Geschwister aufgepasst hat, die örtliche Kinderfußballmannschaft trainiert oder als Hausaufgabenbetreuer an der Schule gearbeitet hat.

Darüber hinaus gibt es mehrere Zertifikate, welche die Professionalität des potenziellen Kinderbetreuers positiv untermauern. Es macht einen guten Eindruck und ist auch sehr hilfreich, wenn der Babysitter einen Erste-Hilfe-Kurs (zum Beispiel beim Deutschen Roten Kreuz (DRK)) belegt hat. Das gibt den Eltern Sicherheit, wenn sie ihre Kinder mit dieser Person alleine zuhause lassen. Ebenfalls bietet das DRK das sogenannte Babysitter-Diplom an. Hier lernen Kinderbetreuer im Alter von 14 bis 27 Jahren Grundkenntnisse im Bereich Spielpädagogik, Erste Hilfe, Rechte und Pflichten des Babysitters.

Zertifikate sind natürlich kein Muss für einen Babysitter, dennoch gibt das in Kursen gelernte Wissen über das komplexe Thema Kinderbetreuung den Eltern eine gewisse Sicherheit bei der Auswahl geeigneter Kandidaten. Und es muss ja auch nicht gleich ein ganzer Abend sein: Eine Probestunde ist eine tolle Möglichkeit, bei der sich alle Beteiligten zunächst kennenlernen können: Eltern, Kinder und Babysitter. Stimmt die Chemie, steht einer langfristigen Betreuung nichts mehr im Wege.

2. Babysitter hängen nur vor dem Fernseher ab

Können die Kinder schon sprechen, werden sie am nächsten Morgen beim Frühstück sicherlich aufgeregt vom ersten Abend mit dem Babysitter erzählen. Was haben sie gemeinsam gespielt? Wie lief das mit dem ins Bett bringen? War er oder sie nett und lustig? Der Babysitter sollte nicht nur Betreuer sein, sondern auch Spielkamerad und Tröster.

Es hängt davon ab, ab wann ein Babysitter gebucht wird: Schlafen die Kinder bereits und es geht wirklich nur darum, dass jemand in der Wohnung ist und aufpasst, spricht nichts dagegen, dass sich der Babysitter mit Fernsehen, Lesen oder Internet die Zeit vertreibt. Wird es sehr spät, sollten die Eltern eine Schlafmöglichkeit, z.B. auf der Couch, bereitstellen.

Ist der Babysitter allerdings tagsüber gebucht, sollten gewisse Regeln und Abläufe vorher mit den Eltern besprochen werden. Wann gibt es was zum Abendessen, dürfen die Kinder etwas gucken, wie läuft das Abendritual ab. Berichten die Kinder am nächsten Tag oder nach der Betreuungszeit negativ, so wird dieser Babysitter vermutlich das letzte Mal auf sie aufgepasst haben und die Suche der Eltern beginnt von Neuem.

3. Es ist leicht, Familien zu finden

„Kennst du vielleicht jemanden, der jemanden kennt, der ….” Viele Babysitteraufträge laufen über Mund-zu-Mund-Propaganda, werden über Empfehlung vergeben. Allerdings übersteigt das Angebot die Nachfrage, so dass es im Großen und Ganzen mehr Babysitter als suchende Familien gibt. Und als Babysitter möchte man ja auch nicht irgendeine Familie als Auftraggeber, sondern am liebsten die beste, tollste, netteste.

Zum Glück gibt es Online-Plattformen wie www.yoopies.de, welche die Suche erleichtern. Hier kann der Babysitter ein aussagekräftiges, professionelles Profil anlegen und somit von suchenden Eltern gefunden werden. Auf der anderen Seite kann er sich die Profile der Eltern ansehen und sich bei seiner `Wunschfamilie´ bewerben.

4. Babysitter sind immer nur Schüler – können die das denn?

Es stimmt, der Job des Babysitters ist eine gute Gelegenheit für Schüler, ihr Taschengeld aufzubessern und erste Erfahrungen in der `Arbeitswelt´ zu sammeln. Der Einstieg in den Job erfolgt meist über Nachbarn, deren Kinder für einige Stunden gehütet werden. Wenn Eltern mehrere Kinder haben und die Größeren in eine Alter kommen, in dem sie auf die Kleineren aufpassen können, ist das für Mama und Papa eine dankbare Unterstützung.

Aber es sind längst nicht nur Jugendliche, die sich mit der Betreuung von Kindern etwas dazu verdienen. Der Job des Babysitters ist für alle attraktiv, die den Umgang mit Kindern schätzen. Das kann auch die Auszubildende in der Kita sein (wenn sie es denn mit der Kindergartenleitung abgesprochen hat) oder die pensionierte Erzieherin, die sich nun mit ihrer jahrelangen Expertise auf dem Gebiet der Kinderbetreuung ihre Rente etwas aufbessern möchte. Babysitter können somit ebenso vielfältig wie die Familien und ihre Kinder sein.

 

 

 

Bilnachweis: Adult Art Baby von Nikolay Osmachko; Creative Commons CCO via Pexels.com

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