Familie

Kita zu? 4 Alternativen für die Kinderbetreuung

By Februar 7, 2019 No Comments

Welch ein Riesenschock für über 100 Eltern einer Berliner Kita letzte Woche: Die Einrichtung muss schließen. Von heute auf morgen. Kein Personal mehr. Ende. Die Kinder stehen quasi auf der Straße. Ein Fall, der in dieser Dimension in Berlin sicherlich bislang einmalig ist, jedoch zeigt, wie es um das Thema Kinderbetreuung in Deutschland steht. Kinderbetreuung ist und bleibt ein heikles Thema: Ab wann? Kriege ich einen Platz? Doch lieber zur Tagesmutter? Wir haben 4 Alternativen rausgesucht, die für die Kinderbetreuung abseits der Kita infrage kommen.

  • Tagesmutter
  • Au Pair
  • Großeltern
  • Ein Elternteil bleibt zu Hause

 

Kinderbetreuung – 4 Alternativen abseits der Kita

Kindergarten und Krippe sind für berufstätige Eltern unerlässlich. Denn wer soll sonst auf die Kleinen aufpassen, wenn Mama und Papa bei der Arbeit sind? In vielen Familien in Deutschland ist es so aufgeteilt: Der Mann arbeitet Vollzeit, die Mutter nimmt ein Jahr Elternzeit und steigt dann in Teilzeit wieder ein und holt gegen 15 Uhr das Kind oder die Kinder aus dem Kindergarten ab. Aber was, wenn das Jahr Elternzeit rum ist und kein Kitaplatz in Sicht? Oder im Falle der 100 Berliner Eltern der Kitaplatz plötzlich wegbricht? Dann kommen andere Formen der Betreuung ins Spiel.

 

Die Tagesmutter (oder der Tagesvater)

Tagesmütter (die Väter schließen wir hier im Folgenden mit ein) betreuen meist im privaten Rahmen eine kleine Gruppe von maximal 5 Kindern. Oft hat die Tagesmutter selbst ein eigenes Kind und nimmt noch weitere Kinder dazu. In der Regel wechseln die Kinder mit dem dritten Geburtstag in einen Kindergarten. Besonders für Eltern mit Kindern unter einem Jahr ist die Tagesmutter eine gute Alternative zur Krippe. Der Betreuungsschlüssel ist optimal und der häusliche Rahmen gibt den Babys Sicherheit. Wie finde ich die geeignete Tagesmutter für mein Kind? Ganz einfach: Das Jugendamt ist eine Anlaufstelle und kann Adressen rausgeben.

 

Ganz unkompliziert und vom Rechner zu Hause aus geht die Suche nach einer Tagesmutter über Yoopies: Yoopies bietet eine digitale Plattform, die Eltern alle Tagespflegepersonen in ihrer Stadt bzw. Kommune gebührenfrei anzeigt. Familien erhalten passgenaue Profilvorschläge auf Grundlage von Betreuungsort, verfügbaren Plätzen, Referenzen etc. Die Kontaktaufnahme ist für Eltern und Tagespflegepersonen per Direktnachricht oder Telefon unbegrenzt möglich und zu 100 Prozent kostenlos.

 

Au-pair für die Kinderbetreuung

Beim Thema Au-pair denken wir vor allem an deutsche Mädchen, die nach Beendigung der Schulzeit ein Jahr „als Au-pair“ in die USA gehen, dort bei einer Familie wohnen, die Kinderbetreuung und Aufgaben im Haushalt übernehmen. Der Begriff „Au-pair“ entstammt dem Französischen und bedeutet „auf Gegenseitigkeit“. Das heißt, dass bei einem Au-pair-Aufenthalt sowohl Au-pair als auch Gastfamilie im gegenseitigen Geben und Nehmen voneinander profitieren. Doch auch in Deutschland werden Au-pairs als Kinderbetreuung in der Familie immer beliebter: Eine Umfrage unter Au-pair-Agenturen ergab, dass 2016 rund 13.000 Au-pairs nach Deutschland kamen. Damit setzt sich der positive Trend bei ausländischen Au-pairs fort: Seit 2012 kamen jedes Jahr etwa 1.000 mehr als im vorangegangenen Jahr. Mit einem Au-pair kommen allerdings hohe monatliche Kosten auf die Familie zu, laut AuPairWorld mindestens 550 Euro.

 

Die Großeltern

Bei der Betreuung der Kinder durch die Großeltern gehen die Meinungen und Erfahrungen weit auseinander. Es gibt Großeltern, die gern ihre gesamte Zeit mit den Enkeln verbringen – das setzt natürlich voraus, dass sie zum einen in der Nähe wohnen und zum anderen selber nicht mehr berufstätig sind. Es kann aber auch zu familiären Differenzen führen, wenn Oma und Opa zu stark in die Kinderbetreuung eingebunden sind. Einen Babysitter kann man jederzeit austauschen – die eigenen Eltern eher nicht.

 

Mama oder Papa bleibt zu Hause

Wir leben in einer Zeit, in der es fast zur Selbstverständlichkeit geworden ist, dass beide Elternteile nach einem Jahr oder vierzehn Monaten Elternzeit wieder arbeiten gehen. Und das kleine Kind in eine Kinderbetreuung geben. Hohe Lebenshaltungskosten ermöglichen es nur wenigen Familien, dass ein Einkommen ausreicht, die Kosten zu decken. Dennoch gibt es natürlich die Möglichkeit, das Kind einfach nicht fremdbetreuen, sondern zu Hause zu lassen. In den letzten Jahren ist sogar eine „Anti-Kita-Bewegung“ entstanden – sei es aus der Not heraus, keinen Platz in einer Einrichtung bekommen zu haben, oder aus Idealismus.

 

 

Bildnachweis: taken, CC0 Creative Commons via pixabay

Conny Aburahma

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