Familie

Gedanken zum „Internationalen Tag der Toleranz“

By November 15, 2018 No Comments

 

„Mama, guck mal, ein Affe“, sagte die dreieinhalbjährige Tochter einer Freundin unlängst sehr laut in einem überfüllten Bus. Sie zeigte dabei auf ein großes Plakat vor dem Fenster – darauf zu sehen war Bakery Jatta, Profi-Fußballspieler beim HSV, geboren in Gambia, Afrika. Meine Freundin versank fast in ihrem Bussitz vor Peinlichkeit den anderen Insassen gegenüber und erklärte ihrer Tochter mit hochrotem Kopf, dass der Mann natürlich kein Affe sei, dass er einfach eine andere Hautfarbe habe, dass die Welt und die Menschen bunt sind und überhaupt.

Auch die Kleinsten müssen Toleranz lernen

 

Wir können nicht früh genug anfangen, unseren Kindern die Vielfalt der Welt zu verdeutlichen. Wenn wir bereits die Kleinsten darüber aufklären, dass Unterschiede nichts sind, wovor man sich fürchten muss und ihnen beibringen, wie herrlich bunt das Lebens ist, werden sie toleranter aufwachsen und andere nicht verurteilen.

 

Doch wie trägt man das komplexe Thema „Toleranz“ an die Kleinen und Kleinsten heran? Passend zum „Internationalen Tag der Toleranz“ am 16. November haben wir von Yoopies Ideen gesammelt, das Thema spielerisch und pädagogisch wertvoll zu vermitteln. Am 16. November 1995 unterzeichneten 185 Mitgliedsstaaten der UNESCO die Erklärung der Prinzipien zur Toleranz. Seitdem erinnert die UNESCO mit dem Tag für Toleranz jährlich an jene Regeln, die ein menschenwürdiges Zusammenleben der unterschiedlichen Kulturen und Religionen auf unserem Planeten ermöglichen.

 

Mit positivem Beispiel voran gehen – Vorbild sein

 

Sozialkompetenz – und Toleranz zählt absolut dazu – muss ebenso wie Fahrradfahren oder Schwimmen erlernt und trainiert werden. Gleichzeitig übernehmen Kinder automatisch Verhaltensweisen von den Erwachsenen, mit denen sie regelmäßig Kontakt haben: Mama, Papa, Großeltern, Erzieher, Babysitter. Es ist also wichtig, dass wir mit positivem Beispiel voran gehen und uns immer wieder hinterfragen: Bin ich selber tolerant? Intoleranz beginnt ja schon im ganz kleinen Rahmen: Wie schnell rutscht einem bei Autofahren mal ein „Ey, du Idiot“ (wenn nicht gar noch schlimmere Wörter) raus, was die Kinder dann übernehmen. Achten wir also darauf, dass wir nicht schlecht über andere reden und niemanden ausgrenzen.

 

Lesen bildet – und stärkt das Verständnis von Toleranz und Respekt

 

Gemeinsames Vorlesen ist ein schönes Ritual für große und kleine Kinder. Mit einer schönen Geschichte lassen sich Werte ohne den erhobenen Zeigefinger vermitteln, in zahlreichen Büchern für verschiedene Altersstufen geht es um Respekt, Andersartigkeit und Vielfalt. Sogar als Comic: Grundschullehrer Chris Grady hat vor einigen Jahren angefangen, seine Erlebnisse als Papa in Comic-Zeichnungen festzuhalten und somit die Idee von Demokratie und Toleranz den Kleinen nahezubringen.

 

Toleranz als Bildungsauftrag

 

Diversität ist eines DER Buzzwords unserer Zeit. Unterschiedliche Meinungen und Personen bringen Innovationen hervor. Diese Botschaft sollten Schulen und Kitas den Kindern vermitteln und somit früh Ängste und Unsicherheiten gegenüber dem vermeintlich Andersartigen abbauen. Schulen können Projektwochen zum Thema Toleranz durchführen, in denen beispielsweise alle Weltreligionen beleuchtet werden. Bereits die Kleinen in der Kita erfahren Unterschiedlichkeit, wenn sie sich nur im Morgenkreis umschauen: Wer bin ich? Wer sind die anderen und woher kommen die eigentlich? Voraussetzung ist, dass Lehrer und Erzieher sich mit dem Thema Toleranz auseinandersetzen und es spielerisch den Kindern vermitteln können.

 

Vorurteilen durch Unwissen kann man durch solche Aktionen schon ganz früh entgegenwirken. Es ist wichtig, dass Kinder andere Kulturen kennenlernen und auch Gemeinsamkeiten entdecken.

 

 

 

 

Bildnachweis: Alexas_Fotos, CC0 Creative Commons via pixabay

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