Portrait der Woche: Weddinger Berg

Weddinger Berg - MamaDarfAlles

 

 

Seit Februar 2014 betreibt Johnny den Blog „Weddinger Berg“ und beschreibt dabei sein rasantes Berliner Familienleben aus der „Papa-Perspektive“. Johnny’s ist ein Sammelsurium schräger Alltagsgeschichten und Gedanken aus dem Leben eines Papas und seiner Tochter. Von Zeit zu Zeit wird der Blog auch durch die Sicht der mütterlichen Seite der Familie ergänzt… Weddinger Berg ist eben ein waschechter Familienblog! 

 

 

Vorname: JohnnyWeddinger Berg - MamaDarfAlles

 

Wohnort: Berlin-Wedding

 

Familiäre Situation: Familienbett

 

Beruf: Museumspädagoge und Text-Dompteur

 

Vorname und Alter Ihrer Kinder: Kleene, 1,6 Jahre alt

 

ÜBER SIE

Was machen Sie beruflich (außer Bloggen)?

Ich bin Papa in Festanstellung. Das ist ein Posten, den ich mir hart erarbeiten musste, denn am Anfang war es gar nicht so leicht. Um aber auch mal Kontakt zu der echten Welt vor dem Fenster zu haben, arbeite ich selbständig als Pädagoge für außer- oder nachschulische Projekte (FSJ-Seminare beispielsweise).

Wie sieht Ihr typischer Arbeits-/Bloggeralltag aus?

Jeder Tag ist anders. So etwas wie Routine oder Alltag gibt es für Selbständige ja bekanntlich nicht. Für Väter schon mal gar nicht. Ich schreibe häufig abends oder nachts, denn dann habe ich die Zeit dafür. Es kann aber auch gut sein, dass man mich nach 22:00h einfach faul beim netflixen vor der Flimmerkiste erwischt.

Hatten Sie selbst als Kind einen Babysitter oder eine Nanny?

Meine Mutter konnte sich keine Nanny leisten, musste sie aber auch gar nicht können, da stets Freunde und Bekannte in meine Betreuung eingespannt waren. So manches Mal war ich aber auch einfach dabei, wenn sie arbeiten gehen musste. Das war dann besonders spannend. Ich war aber auch kein pflegeleichtes Kind, sollte man vielleicht auch mal erwähnen.

IHR BLOG

 

Wie entstand die Idee Ihres Blogs?

Das frage ich mich selbst auch. Er entstand bestenfalls aus einer Laune bzw. einem schlechten Scherz heraus. Bevor ich überhaupt wusste, wie mir geschah, hatte ich bereits die ersten Artikel online gestellt. Das Bloggen hat mir eigentlich schon immer gefallen, allein fehlte mir ein Thema. Mit der aufkommenden Vaterschaft hat es wohl ‚klick‘ im Sinne des Bloggens gemacht.

 

Was möchten Sie Ihren Lesern mit Ihrem Blog vermitteln?

Dass meine LeserInnen nicht alleine sind, vielleicht? Vorrangig und so ehrlich muss ich wohl sein, schreibe ich für mich selbst. Ich kann und möchte kein Ratgeber für andere sein. Am Anfang hatte ich die Idee, eine Art Papa-Buch zu schreiben, bloß in Form eines Blogs. Mittlerweile habe ich mich von dieser Idee wohl ein wenig entfernt – ohne, das dies jedoch geplant gewesen war. Was man von mir immer erwarten kann, ist Offenheit.

 

Welchen Rat würden Sie Ihren Lesern im Leben geben?

Mehr ist mehr!

 

Was inspiriert Sie?

Inspirationen und Ideen lauern überall – im Guten wie im Schlechten. Es kann ein Kommentar auf Twitter sein oder ein Gesprächsfetzen in der U-Bahn. Oder es kommt einfach aus dem Nichts. Ich habe keine Vorbilder oder Menschen, denen ich nacheifere. Es sind allenfalls Negativbeispiele, die mir helfen, mich zurechtzufinden.

 

RUND UMS FAMILIENLEBEN

 

Wie gestaltet sich bei Ihnen zu Hause die Aufteilung der Hausarbeit?

Das ist natürlich immer schwierig zu beantworten. Im großen und ganzen teilen wir uns den Haushalt gleichberechtigt auf, wobei es schon mal sein kann, dass ich den größeren Anteil beim Waschen, Kochen etc. übernehme. Das hängt aber immer davon ab, wie viel der jeweilige Partner arbeiten gehen muss.

 

Wie handhaben Sie die Betreuung Ihrer Kinder? (Kita, Kindergarten, Babysitter etc.)

Die Kleene geht in zwei Wochen in die Kita. Bis dahin teilen wir sie gerecht in zwei Hälften auf, so dass beide nebenher wenigstens halbtags arbeiten können. Ich nehme gern die obere Hälfte, denn die quasselt so niedlich. Die untere Hälfte ist aber auch nicht zu verachten. Mit der kann man auch besser rutschen, als mit der oberen.

 

Was war bisher die schwierigste Phase bei der Erziehung Ihrer Kinder? 

Vor allem das erste halbe Jahr war das schwierigste. Bisher. Auf so viel Schreien und Unzufriedenheit und Frust waren wir beide nicht vorbereitet. Von Erziehung kann man bei einem Kind von heute eineinhalb Jahren natürlich noch nicht wirklich sprechen. Das wird wohl die nächste große Herausforderung.

 

Was macht Sie auf Ihre Kinder stolz?

So etwas wie Stolz empfinde ich im Grunde nicht. Ich freue aber natürlich mich für meine Tochter, wenn sie es schafft, ihre Nudeln auf die Gabel zu pieksen. Oder sie Treppen läuft. Oder spricht. Oder Worte versteht, die ich vor mich hin brabbel.

 

Was ist das Wichtigste für Sie in Ihrer Erziehung? 

Das Kind und dessen Bedürfnisse. Natürlich gibt es auch hier Grenzen. Eine Betreuung, die die kindlichen Bedürfnisse nicht ernst nimmt, kann ich nicht ernst nehmen.

 

Was war bisher die peinlichste Situation mit Ihren Kindern?

So eine Situation gab es schlicht noch nicht. Im Supermarkt brüllen oder übellaunig bei Besuch, das haben wir alles schon hinter uns. So richtig peinlich war’s bisher aber nicht. Ich warte noch auf die ersten echten Trotzanfälle. Kann ja nicht mehr lange dauern.

 

Wenn ihre Kinder für einen Tag das Bloggen übernehmen könnten, über was würden Sie uns erzählen?

Wahrscheinlich würde meine Tochter einen langen rant-Artikel darüber schreiben, wie langweilig die Tage mit Papa sind. Ständig besetzt er die Spielzeuge, sitzt auf der Rutsche oder guckt in sein Telefon. Ohne zu teilen. Dafür kann er aber ganz lecker kochen. Wenigstens hoffe ich, dass sie insbesondere letzteres sagen würde.

 

Vereinbarkeit von Karriere und Familie – wie ist das in Ihren Augen möglich? 

Es ist nicht möglich. Das liegt zum einen am Unwillen vieler Väter, beruflich Kompromisse einzugehen. Das liegt aber auch an der Art und Weise, wie unsere Jobwelt auf männlichen Prinzipien beruht und das Weibliche häufig in das Mütterliche abgedrängt wird. Es erfordert viel Anstrengung und Willen, das Thema Vereinbarkeit gemeinsam zu stemmen. Für mich bedeutet Vereinbarkeit, dass alle Elternteile in gleichem Maße für das Kindeswohl verantwortlich sind, also nicht bloß die Mutter oder der Vater. Es bedeutet aber auch, das beide im Jobleben bleiben dürfen. Ein Kraftakt.

 

Hätten Sie gerne mal ein Jahr lang frei? Was würden Sie machen?

Eine gute Frage. Ich bin Experte im Zeit vertrödeln. Bevor ich also wüsste, was ich mit so viel Zeit anstellen wollen würde, wäre sie wahrscheinlich schon vorbei, ohne das ich den Koffer im Keller auch nur angerührt hätte. Dann würde ich mich beschweren und sagen: „Uff, schon wieder Montag!“

 

Wie beschreiben Sie einen perfekten Tag?

Ausschlafen. Was danach kommt, ist doch völlig unwichtig.

 

Letzter Familienausflug?

Der letzte Ausflug ging wohl in die Kinderfarm Wedding. Das ist kleiner Hof mit Ponys, Schweinen, Schafen, Ziegen, Enten und so weiter.

 

Letztes Wort vor dem Einschlafen Ihrer Kinder?

Husch husch, Papa muss trinken.. ich meine schreiben, Papa muss schreiben!

 

Wenn Sie nur EINEN Erziehungsratschlag an werdende Eltern weitergeben dürften, welcher wäre das?

Schlaf? Wird überbewertet!

 

 

Und hier geht’s zu Johnny’s Blog Weddinger Berg

 

 

 

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