Bloggerin der Woche: Jasmin Kolschen mit „Nordlicht im Schwarzwald“

Nordlicht im Schwarzwald

 

 

Heute hat uns Jasmin Kolschen, berufstätige Bauingenieurin, „Nordlicht im Schwarzwald“-Bloggerin und Vollzeit-Familienmanagerin, trotz ihres vollgepackten Terminplans Rede und Antwort gestanden. Wie sie Karriere und Familienleben unter einen Hut bringt, erklärt sie uns auf eindrucksvolle Weise in folgendem Interview:

 

 

Name: Kolschen Nordlicht im Schwarzwald

Vorname: Jasmin

 Alter: 40

 Wohnort: Waldshut-Tiengen

Familiäre Situation: verheiratet

Beruf: Bauingenieurin

Vorname und Alter Ihrer Kinder: Aurelia (5) und Theodora (2)

Spitznamen, die Sie Ihren Kindern geben: Aurelchen und Teddy

Spitznamen, den Ihre Kinder Ihnen geben: Maaaaaaaaaaama!!!!!!

 

 

ÜBER SIE

 

Was machen Sie beruflich (außer Bloggen)?

Ich bin Bauingenieurin.

Wie sieht Ihr typischer Arbeits-/Bloggeralltag aus?

Puuuh, der ist ganz schön vollgepackt: aufstehen um halb sechs, schnell ins Bad, dann Frühstück machen und die Kindergartentaschen packen, danach mit dem Fahrrad zur Bahn (eine halbe Stunde, das ist mein täglicher Sport) und ab in den Zug. Die Fahrt dauert anderthalb Stunden, die ich zum Lesen oder zum Schreiben meines Blogs nutze (manchmal schlafe ich allerdings auch nur). Dann wird gearbeitet, eine Mittagspause mit meinem Mann gemacht (wir arbeiten zum Glück in derselben Firma) und wieder gearbeitet. Ich arbeite als Ingenieurin im Hochbau und kann an tollen Projekten arbeiten. Um halb sieben abends bin ich wieder zu Hause und decke den Tisch, damit die Familie zusammen zu Abend essen kann. Ab halb acht fange ich an, die Kinder ins Bett zu bringen und wenn dann um halb neun endlich (hoffentlich) Ruhe ist, mache ich den Haushalt: Wäsche, Kochen für den nächsten Tag, etc… Danach trinken mein Mann und ich noch ein Gläschen Wein zusammen und meist um elf falle ich recht erschöpft ins Bett. Manchmal wird es auch recht stressig auf der Arbeit, so dass ich dann erst um elf Uhr abends zu Hause bin. Das kann natürlich kein Dauerzustand sein, denn leider hat der Tag ja nur 24 Stunden :o)

Hatten Sie selbst als Kind einen Babysitter oder eine Nanny?

Nein, aber da meine Mama auch gearbeitet hat, bin ich nach der Schule zu meinen Großeltern gegangen, um dort zu essen und Hausaufgaben zu machen.

IHR BLOG

 

Wie entstand die Idee Ihres Blogs?

Als wir aus der „großen weiten Welt“ in unser kleines Schwarzwaldstädtchen zogen, fiel mir zunächst die Decke auf den Kopf. Über diese Eingewöhnungsschwierigkeiten wollte ich schreiben, aber das machte mir noch schlechtere Laune. Also beschloss ich, über die schönen Seiten in unserem Leben zu schreiben. Und siehe da: Gleich ging es doch viel besser. Wenn mal wieder alles zu viel wird mit Beruf und Familie, zeigt mir mein Blog schwarz auf bunt, wie schön unser Leben doch ist.

 

Was möchten Sie Ihren Lesern mit Ihrem Blog vermitteln?

Ich möchte zeigen, dass man auch mit wenig Zeit ein tolles (passables) Familienleben und ein gemütliches Zuhause haben kann. Dass man sich Zeit nehmen sollte, mit den Kindern etwas zu basteln, es sich gemütlich zu machen, leckeres Essen zuzubereiten, auch wenn es im größten Stress manchmal schwer fällt. Rückblickend hat man so viel davon. Ich möchte aber auch zeigen, dass nicht alles perfekt sein muss sondern dass es gerade die kleinen Unzulänglichkeiten sind, die das Leben zu etwas besonderem machen.

 

Welchen Rat würden Sie Ihren Lesern im Leben geben?

Lernt von Euren Kindern, manchmal tut es einfach gut, in einem Prinzessinnenkleid ins Bett zu gehen.

 

Was inspiriert Sie?

Biografien von interessanten Persönlichkeiten, Reisen

 

 

RUND UMS FAMILIENLEBEN

 

 

Wie gestaltet sich bei Ihnen zu Hause die Aufteilung der Hausarbeit?

Mein Mann und ich haben unterschiedliche Auffassungen davon, was ein „bewohnbarer Raum“ ist, deswegen haben wir für das Putzen eine Haushaltshilfe angestellt, um uns da ein bisschen Stress zu nehmen. Ich übernehme den Rest wie Kochen, Waschen, Garten. Mein Schatz kümmert sich dafür um die klassischen Männerdomänen wie Auto, Reparaturen, Papierkram und Finanzen und geht auch mal (nicht nur Bier) einkaufen. Das mit dem Bier muss aber extra erwähnt werden, weil er immer eine schöne Auslese mitbringt!

 

Wie handhaben Sie die Betreuung Ihrer Kinder? (Kita, Kindergarten, Babysitter etc.)

Am Vormittag sind Aurelia und Theodora in Kindergarten bzw. in der Krippe. Am Nachmittag werden sie von unserem Au-Pair-Mädchen betreut.

 

Was war bisher die schwierigste Phase bei der Erziehung Ihrer Kinder?

Die Große hat eine „permanente Phase“, sie hat ihren eigenen Kopf, die Kleine ist eigentlich nur entspannt. Tolle Mädchen sind sie beide. Erstaunlich, wie Geschwister so unterschiedlich sein können.

 

Was macht Sie auf Ihre Kinder stolz?

Beide gehen lachend und unbeschwert durchs Leben, das macht mich stolz.

 

Was ist das Wichtigste für Sie in Ihrer Erziehung? 

Liebe, Kreativität, Respekt und Hilfsbereitschaft.

 

Was war bisher die peinlichste Situation mit Ihren Kindern?

Aurelia und ich hatten ein Frühstücksbrettchen mit der Aufschrift „Opas machen das Leben besser“ entdeckt. Leider gab es nur eins, aber wir haben es trotzdem gekauft, weil es immer so schwer ist, für die Opas ein passendes Geschenk zu finden. Beide Opas haben im gleichen Monat Geburtstag. Opa Di hat zuerst Geburtstag und feierte auch mit uns. Opa Erw verstarb leider kurz vor seinem Geburtstag. Deswegen war natürlich klar, dass wir kein zweites Brettchen mehr nachbestellen, sondern Opa Di es bekommt. Aurelia übergibt also Opa Di das Geschenk und sagt: “Bitte Opa, Dein Geschenk, der andere ist ja schon gestorben!“

 

Wenn ihre Kinder für einen Tag das Bloggen übernehmen könnten, über was würden Sie uns erzählen?

Sie würden einen Erziehungsratgeber schreiben. Ihre Mama macht nämlich alles falsch. Für die Entwicklung sei es gut, dass Kinder nur Schokolade äßen und immer ganz lange aufblieben.

 

Vereinbarkeit von Karriere und Familie – wie ist das in Ihren Augen möglich?

Da mein Mann und ich beide Glück mit unserem Beruf haben, können wir uns ein Au-Pair-Mädchen leisten. Nur mit der staatlichen Betreuung wäre es unmöglich. Unser Kindergarten ist zum Beispiel an drei Nachmittagen geöffnet, aber zur Mittagszeit müssen die Kinder nach Hause. Wie soll denn das gehen, wenn man berufstätig ist? Das Privatleben kommt eindeutig zu kurz. Oft möchte ich alles hinschmeißen, aber dann muss ich mir vor Augen halten, dass die Kinder größer werden und es einfacher wird. Und dass unsere Probleme Luxusprobleme sind, wenn ich mir angucke, dass in anderen Teilen der Welt Menschen um ihr tägliches Überleben kämpfen.

 

Hätten Sie gerne mal ein Jahr lang frei? Was würden Sie machen?

Das hätte ich so gerne: ich würde viel Zeit mit Familie und Freunden verbringen, viel lesen und fotografieren, mir Zeit fürs Essen kochen nehmen und abends ausgehen und tanzen…Ich würde endlich das Kleid zu Ende nähen und das Bild malen, das mir im Kopf rumspukt. Ich würde endlich Italienisch lernen und viele Städte besichtigen. Ich würde so vieles machen wollen, da wäre das Jahr schnell rum!

 

Wie beschreiben Sie einen perfekten Tag?

Der perfekte Tag beginnt schon in der Nacht, da mich kein Kind weckt. Dann wache ich von alleine gut gelaunt auf und beginne den Tag mit einem ausgiebigen Frühstück und kann meinen Tee trinken, solange er noch heiß ist, weil ich keinen umgeschütteten Kakao wegwischen muss. Nach (!) dem Frühstück spielen wir ohne Streit im Garten. Danach kochen wir alle zusammen und wenn die Kinder nachmittags bei Freunden sind, gehe ich auf einen langen Einkaufsbummel, entspanne mich anschließend in einem tollen Café und da mir an meinem perfekten Tag trotz Einkaufsbummel nicht die Füße wehtun, schlendere ich am Nachmittag noch durch eine Ausstellung. Am Abend gehe ich mit meinem Mann essen, natürlich in einem Restaurant direkt an einem kleinen Hafen und natürlich ist es nicht kalt, so dass ich keine Jacke mitnehmen muss. Danach treffen wir Freunde und gehen mit ihnen auf ein paar Cocktails in eine Bar. Wenn wir nach Hause kommen, sagt der Babysitter, dass alles gut gelaufen ist, wir geben den Kleinen noch einen Gute-Nacht-Kuss und schlafen ein.

 

Letzter Familienausflug? 

Wir waren gerade ein paar Tage am Gardasee. Sonst versuchen wir, jedes Wochenende eine schöne Sache mit den Kindern zu unternehmen.

 

Letztes Wort vor dem Einschlafen Ihrer Kinder?

Gute Nacht, schlaft schön! Eine halbe Stunde später: Teddy, Du gehst jetzt in DEIN Bett, nein, kneif nicht deine Schwester! Aurelia, Licht aus, es werden keine Bücher mehr angeschaut. Noch eine halbe Stunde später: Jetzt ist aber Schluss! Mama ist jetzt böse!

 

Wenn Sie nur EINEN Erziehungsratschlag an werdende Eltern weitergeben dürften, welcher wäre das?

Hört auf euer Bauchgefühl, egal was andere euch raten, jedes Kind ist so anders!

 

Und hier geht’d direkt zu Nordlicht im Schwarzwald !

 

 

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